Neben Ausstellungen von «Rawetzer Landschaftskrippen» in

Shanghai,
Castelfranco - Emilia,
Eger,
Rom / Vatikan

und Beteiligung am Marktredwitzer Krippenweg

werden im Schloss auch immer wieder unterschiedliche Ausstellungen von Krippendarstellungen aus der eigenen Sammlung und Leihgaben von Vereinsmitgliedern, Gönnern und Förderern des Schlosses gezeigt.

Eine weitere Besonderheit der Marktredwitzer Krippen sind die "Stickla". Hierbei handelt es sich um Figurengruppen die eine alltägliche Szene verdeutlichen: der Förster stellt einen Holzdieb, ein Schwein wird geschlachtet oder die Musik spielt zum Brucktanz auf.

 Doch warum ist in den Krippen nicht die Landschaft des Fichtelgebirges sondern die der Alpen zu sehen? Die heimische Landschaft konnte nach Meinung der Bevölkerung vor über hundert Jahren mit der romantischen alpenländischen Gebirgslandschaft nicht mithalten. Urlaubsreisen in die Alpen waren nur für wenige erschwinglich. Deshalb setzten die Kripperer ihre Phantasie in eine für sie nicht alltägliche Szenerie um und brachten so ihre Illusionen in die Krippe ein.

Die "Kripperer" sind in der Vorweihnachtszeit Jahr für Jahr wochenlang mit dem Krippenaufstellen beschäftigt. Sie gestalten die Landschaft mit Steinen, Wurzeln, Holzkisten, Baumrinde und Polstern aus Moos immer wieder neu. Es ist durchaus üblich, dass die Krippe die Größe eines Zimmers erreicht, manche Krippenlandschaft nimmt eine Fläche von bis zu vierzig Quadratmetern ein.

 

Copyright © by www.bayern-fichtelgebirge.de - auszugsweise entnommen dem Buch:
 »Gerhard Bayerl/Manfred Schultes, "Marktredwitzer Krippenweg 1998"«
Bilder: JoRo und MCH e.V.

Ausstellungen Marktredwitzer Landschafts-Krippen
. Der Krippenweg in Marktredwitz wartet mit einer ganz speziellen Besonderheit auf. Er führt hauptsächlich durch Privathäuser von Familien, die teils opulente Krippen mit hunderten Figuren aufgestellt haben. 2012 umfasst der Krippenweg durch die Stadt 24 Stationen.. Seit einigen Jahren hat jedoch der Kultur- und Historienverein «Markgraefliches Collegium Historiae e.V.» begonnen einzelne Stationen im Wege von Ausstellungen "Rawetzer" Landschaftskrippen aus dem Fundus der Stiftung Schloss Brand oder aus Leihgaben von Freunden bzw. Gönnern an verschiedenen Orten zu zeigen.

Die Marktredwitzer Landschaftskrippen sind in ihrer liebevollen Gestaltung und in ihrer Größeunverwechselbar. In ihrer variations- reichen Lebensnähe sind sie nur mit der neapolitanischen Stadtkrippe vergan- gener Jahrhunderte vergleichbar. Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts haben Töpfermeister im Markt Redwitz Krippenfiguren aus Ton modelliert und die dann gebrannten Exemplare mit Farbe bunt bemalt.

Neben den klassischen Krippenfiguren wurden auch viele Darstellungen aus dem Leben Christi Neben den klassischen Krippenfiguren wurden auch viele Darstellungen aus dem Leben Christi nach dem Neuen Testament modelliert.  Diese Figuren werden in Marktredwitz in der orientalischen Krippe von Krippenliebhabern besonders geschätzt. Ein Novum in der Krippenfigurenherstellung brachte die Fertigung von Tieren wie Rehen, Hasen, Hirschen, Gemsen, Ziegen und Kühen sowie Menschen in alpenländischer Tracht und Kleidung wie Jägern, Sennerinnen, Holzknechten.

Neben dem frommen Geschehen rund um die Krippe mit dem Jesuskind selbst herrscht oft ausgelassene Stimmung. Alltagsszenen zeigen Menschen beim ausgelassenen Feiern im Biergarten. Bei zünftiger Musik sitzen Männer und Frauen am Tisch, trinken Bier und amüsieren sich, während die Kellnerin weitere Bestellungen aufnimmt.. Für solche und andere Figurengruppen haben die Marktredwitzer Krippenbauer den Fachbegriff "Stickla" geprägt.

 

Die Krippe, die bisher nur einen kleinen Platz unter dem Christbaum beanspruchte, wurde immer größer. Krippen in der Größenordnung von vier bis zu 100 Quadratmetern waren und sind kein Einzelfall mehr. Die aufzubauende Alpenlandschaft benötigt genügend Platz. Marktredwitzer Familien stellen auch heute noch tage- oder wochenlang mit viel Liebe und Phantasie ganze Gebirgspanoramen aus Steinen, Wurzeln, leeren Holzkisten und Steinmoos auf.

 

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